Schüleraustausch mit Arles (Frankreich)

Seit dem Schuljahr 2009/2010 besteht der Schüleraustausch zwischen dem Ratsgymnasium Goslar und dem Lycée Montmajour in Arles. Teilnehmen können alle Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse, die Französisch als zweite Fremdsprache lernen. Nachdem der Austausch im zweiten Jahr aus personellen Gründen auf französischer Seite nicht stattfinden konnte, wurde die Begegnung sowohl im Schuljahr 2011/2012 als auch im Jahr 2012/2013 realisiert. In diesem Schuljahr findet somit der vierte Durchgang statt. Auf französischer Seite steht eine sehr engagierte Kollegin, Frau Maryse Happe-Charrier, die sich seit Beginn des Austausches für die deutsch-französischen Begegnungen einsetzt und jedes Jahr ihre Schülerinnen und Schüler nach Goslar begleitet.

Arles liegt im sonnigen Süden Frankreichs, in der Provence, nahe der Rhone-Mündung. Die Stadt mit ihren über 50.000 Einwohnern ist ebenso wie Goslar von besonderer historischer Bedeutung. Sie steht mit ihren antiken Bauten auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Nennenswert sind hier insbesondere die Arena mitten im Zentrum, die noch heute Schau­platz vieler Spektakel ist (dazu gehört auch der Stierkampf), das antike Theater, Reste römischer Thermen und des Forums mit einem unterirdischen Bogengang (dem Krypto­portikus), sowie die Kathedrale Saint-Trophime. Bekannt ist die Stadt aber auch durch van Gogh, der Arles und die Umgebung bereiste und in vielen seiner Werke verewigte.

Unsere Partnerschule ist das Lycée Montmajour. Nach dem französischen Schulsystem wird es von Schülern vom fünfzehnten bis zum achtzehnten Lebensjahr besucht. Nach drei Jahren verlassen die Schüler das Lycée mit dem französischen Abitur, dem baccalauréat. Das Lycée unterscheidet sich in vielen Punkten vom Ratsgymnasium, was unsere deutschen Schüler immer wieder staunen lässt. Aufgrund des Ganztagsschulbetriebes ist die Kantine ein unumgänglicher Teil des französischen Schulalltages. So erleben unsere Schüler auch mindestens ein Mittagessen in der Schule. In Frankreich gibt es keine festen Klassenräume; die Schüler wechseln die Räume, während die Lehrer in ihren Fachräumen bleiben. Beson­ders fällt aber auf, dass die Schule, ein eher moderner und zweckmäßiger Bau, von Zäunen und Gittern umgeben wird: In Frankreich ist das Gebäude anders als in Deutschland nicht immer frei zugänglich, ein Empfang registriert jeden Besucher der Schule.

Doch die Austauschschüler erhalten nicht nur einen Einblick in das französische Schulleben, sondern natürlich auch in das Familienleben und den Alltag ihres Austauschpartners. Sie werden für eine Woche in der Gastfamilie aufgenommen. Dort können sie ihre bisher erwor­benen Sprachkenntnisse unter Beweis stellen und sich den kommunikativen Heraus­forderungen stellen. In der Familie erleben sie außerdem Unterschiede zwischen deutscher und französischer Kultur, zum Beispiel in den Essgewohnheiten. Hier sind sie gefordert, sich auch auf Fremdes einzulassen. Diese zwei Bereiche, die praktische Anwendung der Spra­che im Zielland sowie die Bildung interkultureller Kompetenzen, bilden den Schwerpunkt des Austausches. Abgerundet wird diese Woche stets durch einige Exkursionen, die von der französischen Seite organisiert werden. Dabei stehen neben der Besichtigung der Stadt Arles weitere sehenswerte Städte der Umgebung, zum Beispiel Avignon, Aix-en-Provence, Saintes-Maries-de-la-Mer, sowie eine Vielzahl an Museen, malerische Dörfer der Provence und besondere Aussichtspunkte auf dem Programm.

Während wir stets die warmen Temperaturen am Mittelmeer genießen konnten, wurde der Gegenbesuch der französischen Schüler stets in die Wintermonate gelegt, da der Wunsch nach Schnee auf französischer Seite ganz oben steht. Vor allem während des letzten Besuches im Februar 2013 konnte Goslar mit einer Menge Schnee dienen, was bei den französischen Gästen große Begeisterung hervorrief. Viele Gastfamilien nutzten die freien Tage für wintersportliche Aktivitäten im Harz. Aber auch unser Programm sah bisher stets eine Harzexkursion vor, bei der entweder gerodelt oder das Schlittschuhlaufen erlernt wurde. Und während Frau Happe-Charrier von der Bande aus um erhöhte Vorsicht bat, lernten die französischen Jugendlichen sehr schnell und hatten großen Spaß bei diesen Aktivitäten. Natürlich wurde auch Goslar stets besichtigt, und es gab einen weiteren Tagesausflug in eine Stadt der näheren Umgebung.

Zurückblickend kann ich Folgendes sagen: In allen bisherigen Durchgängen wurden neue Freundschaften geschlossen, die teilweise bis heute andauern. Sowohl die deutschen als auch die französischen Schüler und Schülerinnen wurden sehr herzlich in ihre Gastfamilien aufgenommen und fühlten sich im Gastland sehr wohl. Zahlreiche Tränen flossen bei den Verabschiedungen am Bahnhof von Arles, viele Erlebnisse und Erfahrungen werden noch lange in Erinnerung bleiben. Einige Schülerinnen und Schüler haben nach dem Austausch mehr Motivation, die französische Sprache zu erlernen. All dies zeigt, wie wertvoll der Schüleraustausch ist. Zusammen mit der französischen Kollegin hoffen wir, dass der Austausch zwischen Goslar und Arles noch lange fortbesteht und viele Jugendliche diese einmalige Möglichkeit wahrnehmen.

 

 

 

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