Das Hinstreben zur Freiheit war, wie bereits in vielen Berichten über das Ratsgymnasium zu lesen gewesen ist, ein zentraler Themenkomplex des vergangenen Jahres. Gedachten wir doch dem fünfhundertsteten Jahrestag des Thesenanschlages Martin Luthers an die Pforte der Schlosskirche in Wittenberg auf vielfältige Weise. Mit 95 Thesen wollte der Doktor der Theologie dazu anregen, sich zu emanzipieren und von alten Strukturen durch den in der Aufklärung verwurzelten Terminus „Sapere aude!“, also der Nutzung des eigenen Verstands loszusagen. Was als Denkanstoß begann, mündete schnell in Protest, Aufständen und hinterließ eine bis heute sichtbare Strukturveränderung auf theologischer und profaner Ebene.

Am vergangenen Montag flogen 25 Schüler des zwölften Jahrgangs des Ratsgymnasiums Goslar mit den Kollegen Sebastian Kreßmann, Michel Langlotz und Gitta Ritzkat zur Abschlussfahrt nach Barcelona, dem Ort, auf welchen Europa und die Welt wegen der sich rasant zuspitzenden Krise ob der Freiheits- und Abspaltungsfantasien gebannt schaut.

Im Vorfeld der Fahrt beobachteten wir alle die Entwicklungen vor Ort mit Anspannung. Hunderttausende Menschen legten an vielen Tagen die pulsierende Metropole lahm oder zwangen die Region durch Generalstreiks zum Stillstand – keine guten Voraussetzungen für eine Abschlussfahrt ins Zentrum des Geschehens.

Tim Hoffmeister erklärte: „Bei den vielen Demonstranten auf den Straßen wird es sicher nicht einfacher werden.“ Seine Jahrgangskameradin Janna Pietsch pflichtete ergänzend bei: „Ich habe schon über die politische Lage nachgedacht. Die Mentalität der Spanier ist schwer einzuschätzen und die Reaktionen in dieser doch etwas fremden Kultur ebenso. Svenja Diederich bekannte, sie habe sich die Situation krasser vorstellt, sonst jedoch nicht groß darüber nachgedacht.

Basierend auf den Schwerpunkten Religion, Geographie und Geschichte, ist ein abwechslungsreiches Programm am laufen.

Gaudis Sagrada Familia wurde bereits mit großem Interesse besichtigt. Der ebenfalls von ihm gestaltete Parque Güell soll noch folgen. Ebenso wird es eine Tagestour ins Kloster Montserrat geben, die Sektkellerei der Firma Freixenet wird besichtigt werden, ein Abend bei Tapas, eine Stadtrallye mit dem Fahrrad, und weitere kulinarische, sowie kulturelle Aktivitäten werden folgen.

Die Lage vor Ort ist überraschend ruhig. Trotz unserer zentrumsnahen Residenz am Fuß des 144 Meter hohen Torre Agbar, eines der Wahrzeichen der Stadt, ist von Prostest und revolutionären Tendenzen nichts zu sehen. Zwar haben viele Katalanen ihre Regionalflaggen in Kombination mit dem Wort „Si“ [Ja – zur Abspaltung] an den Balkonen und aus den Fenstern hängen, aber, so sagte man uns, gehöre die katalanische Flagge an der Fassade schon immer zum Stadtbild.

Ein Bericht von Michel Langlotz, Studienrat am Ratsgymnasium Goslar

 

 

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